Jumbing from a deep tower · Experiment 2: How to survive in the colour of blue




Von Bernd Erich Gall




Ein Sprung aus unsicherer Höhe bleibt in der Regel nicht ohne Folgen, ganz gleich, welche Absichten und Personen dahinter stecken. Der Begriff „unsichere Höhe“ resultiert aus Peter Korns Betrachtungsweise der Schwindelgefühle angesichts der Höhe eines Turmes.


Peter Korns Vorgehensweise: Um ein Maß für den Selbst-wert seiner Persönlichkeit zu erlangen, steigt Peter Korn immer auf denselben grünen Turm, ganz der Nähe seines Wohnortes. Einen gelben Waldrand im Rücken, eine blaue Wiese in Blickrichtung, bewegt er sich rasch, zügig und in geraden Linien (Experiment 1) auf den Turm zu, steigt langsam nach oben und setzt sich auf die Bank am Ende der Aussichtsplattform. In diesem Moment befällt ihn der Gedanke an die Banalität seines Daseins. Der Wunsch, sich fallen zu lassen, ergreift Besitz von ihm. Er nähert sich der Balustrade (Spiel: Sheet To Wind). Zwei bis drei Schritte genügen.

Er stellt sich an Brüstung, nimmt die Weite der blauen Wiesen in sich auf, reflektiert die Art seiner Schwindel-gefühle und bekommt somit einen Einblick in den Selbst-wert seiner Persönlichkeit.

Ein realer Sprung erfolgt nicht. Wenn er springt (und er springt nicht immer, nur ungefähr jedes dritte Mal), dann nur in seiner Vorstellung, rein gedanklich.

Nach einem Sprung wischt er sich die Tränen seiner Freunde und Bekannten aus den Augen. Ein realer Sprung erfolgt nicht.




Text zu Objekt 330:
Garland · His stock has gone down, 1998
Acryl, Binder, Leim, Kleister, Papier, koloriertes Moos
32 x 25 x 2 cm